Haltung
 
 
 
 
                                 
 

     

      Haltung

 

 

Chinchillas, eigensinnig, sanftmütig aber fast unerziehbar,

lernen sehr schnell was sie dürfen und was nicht.

Sie ignorieren es aber nur zu gerne.

Sie lassen sich in der Regel nicht knuddeln und kuscheln,

da sie Ihr Fell stets fett- und feuchtigkeitsfrei halten.

Chinchillas zeigen Ihre Zuneigung in dem Sie auf ihren

Halter zugehen und sich Ihre Kraul- oder

Streicheleinheiten abholen, wie und so lange sie mögen.

Wer mit Ruhe und viel Geduld, Vertrauen und Zuneigung erreicht, dem werden auch Wesenszüge und Besonderheiten offenbart.

Wer versucht etwas zu erzwingen,wird vielleicht für immer

ein scheues, apathisches Tier halten.

Chinchillas sind Fluchttiere. Versteckmöglichkeiten und

die Rückzugsmöglichkeit in ihr Heim, sollte ihnen niemals

verwehrt werden.

 

 

Ein tiefes Vertrauensverhältnis erleichtert auch: Tierarztbesuche und die Handhabung im Krankheits- oder Verletzungsfall.

    

  Transporte

Sind für die kleinen Fellknäule ganz besonderer Stress. Im Hochsommer sollte das Transportfahrzeug über eine Klimaanlage verfügen, da Aufregung in Verbindung mit Hitze schnell zu einem Hitzschlag führen kann.

Transportkäfige und Katzenboxen mit etwas Heu und einer Trinkflasche bei längeren Fahrten haben sich bewährt,

Auch eine Apfelspalte kann zur Flüssigkeitsversorgung gereicht werden und mit so einem kleinen Leckerchen

lenkt man auch von den ersten Augenblicken ab.

Pappkartons und ähnliches sind als Transportmittel ungeeignet. Ein Chinchilla sitzt dann schnell mal auf dem Armaturenbrett

Wir halten für Notfälle und evtl.Tierarztbesuche einen offenen Sommer- und einen teilgeschlossenen Wintertransportkäfig bereit

Der Sommerkäfig verfügt über eine entnehmbare Kunststoffschale, diese kann, wenn es mal erforderlich werden sollte,

zur Gewinnung einer Urinprobe unter den Käfig gestellt werden.

   
 
   Die Vergesellschaftung
 

Die Vergesellschaftung von Chinchillas birgt erhebliche Risiken.

Rangordnungs- und Revierkämpfe werden oft mit unerbittlicher Härte ausgetragen. Sie können erhebliche Verletzungen oder sogar den Tot eines Tieres nach sich ziehen.

Der Vergesellschaftungsversuch mit einem Tier des anderen Geschlechts ist keine Erfolgsgarantie, obwohl die Vergesellschaftung wohl etwas leichter ist als bei gleichgeschlechtlichen Päärchen, besonders wenn sie älter sind.

Die Grundvorraussetzung ist ein neutralisierter Käfig. Geruchsneutral und mit nicht bekannter Käfigausstattung startet es sich für das neue Päärchen am besten .

Die Vergesellschaftung in einer Transportbox, mit einer Autofahrt kombiniert, scheint sehr gut zu funktionieren.

Auch die Transportboxmethode mit auf- und abtragen im Treppenhaus scheint bewährt.

Die meisten Züchter haben aber immer noch ein paar Tricks in der Westentasche und so kann man einem Halter, mit wenig oder ohne Erfahrung, nur raten deren Rat und Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Die Chinchillas, die beim Auslauf fröhlich auf sich zulaufen und nach 2 x meckern für die nächsten zwei Jahrzente glücklich vergesellschaftet sind, sind mehr als nur sehr selten.

 
   Der Käfig  

Chinchillas begegnen ihrem Halter gern auf Augenhöhe, denn Ihre natürliche Hauptbedrohung sind Greifvögel. Die Käfighöhe

ist wichtiger als die Grundfläche.

Ob Papageienkäfig, Aluvoliere, umgebauter Schrank oder kompletter Eigenbau. Alle Varianten folgen einem Grundschema.

Viel Platz, Sitzbretter in verschiedenen Ebenen, Versteckmöglichkeiten, Einstreuwanne oder -schublade.

Die Einrichtung und die Maße des Käfigs sollten umsichtig gewählt werden. Die Reinigung sowie das Bergen eines verletzten- oder kranken Tieres muß jederzeit ohne Ausbau von Inventar möglich sein.

Die mögliche Fallhöhe sollte 1,00 m nicht wesentlich übersteigen.

Ein vollflächig eingebrachter Zwischenboden verdoppelt nicht nur die Lauffläche. Er erlaubt auch die schnelle Isolierung eines Tieres, bei Streitereien, Krankheit oder Verletzung.

So ein Boden sollte mindestens 2 Sprunglöcher mit 125 mm Durchmesser aufweisen, die im Bedarfsfall mit Platten oder Schiebern verschlossen werden können.

Die Höhe zwischen den einzelnen Ebenen beträgt bei uns 25 cm. Dieses Maß erlaubt auch Jungtieren sichere Fortbewegung.

Alttiere überspringen mehrere Ebenen problemlos, nutzen aber oft auch den bequemen Weg.

Auch Chinchillas können sich verspringen und fallen. Sandbadewannen, Heuraufen oder -töpfe und alle Dinge mit schmalen Kanten, sollten so plaziert werden das sie von einem Sprungbrett verdeckt werden.

Chinchillas nutzen auch die Käfigwände, als Absprungfläche und Kletterleiter. Käfiggitter sollten Waagerecht verlaufen oder

aus Rechteckgitter mit mindestens 1,45 mm Drahtstärke bestehen. Das Rastermaß sollte 2 cm nicht übersteigen.

Sechseckiger Maschendraht birgt erhebliche Verletzungsgefahren, kunstoffummantelter Draht ist abzulehnen.

Bei Eigenkonstruktionen oder Schrankumbauten sollte mindestens eine Seite, möglichst Front und Deckel aus Gittermaterial

bestehen, um eine einwandfreie Belüftung zu gewährleisten.

Spitze Gegenstände, scharfe Kanten und Dinge, an denen sich die Chinchillas erhängen könnten, gehören ebensowenig in einen Käfig wie Kunststoffe.

Verleimungen mit Gummibärchenleim oder Kaseinleimen werden von Chinchillas meist mit sofortiger Zerstörung geandet,

denn was nach Leckerchen richt oder schmeckt wird sofort zerlegt :-)

 
   Der Käfigstandort  
   

Die Positionierung in einer Raumecke verringert die Zugluftgefahr erheblich.

Ein Standort direkt am Fenster ist ungeeignet, direkte Sonneneinstrahlung und das Temperaturgefälle zur Fensterscheibe,

mit eventueller Kondensatbildung im Winter, sprechen dagegen.

Chinchillas sind zwar nachtaktiv, benötigen aber einen normalen Tag- und Nachtrythmus, also ausreichend Tageslicht.

Sie bevorzugen moderate Temperaturen um 18°-21° C und eine Luftfeuchtigkeit unter 60%.

Ihr Käfig sollte weder direkt an der Heizung stehen ( Strahlungswärme ), noch auf einen glutheißen Dachboden.

Ein trockener Kellerraum in dem die Lichtverhältnisse stimmen, ist hingegen gut geeignet.

Die Raumtemperatur sollte bei geringer Luftfeuchtigkeit 15°C nicht unterschreiten und 27°C nicht überschreiten.

Eine Außenhaltung lehnen wir konsequent ab.

   
   Das Sandbad  
   

Baden in Spezialbadegranulat ist ein tägliches Muss. Fellpflege und Stressabbau ist für diese Tiere ein natürliches Bedürfnis.

Quarzsand ist ungeeignet. Er kann nur geringe Feuchtigkeitsmengen durch die Oberflächenanhaftung binden.

Quarzsand ist außerdem scharfkantig und schädigt dadurch das Fell bis zum Bruch.

Er wird im Fell der Tiere auf die Käfigbrettern getragen und wirkt dort wie Schleifpapier.

Tonminerale wie Attapulgite und Meerschaum wie Sepiolite haben eine offenporige Oberfläche. Diese Minerale können größere Feuchtigkeitsmengen binden ( Schwammefekt ).

Die Kornstruktur ist rund und läßt sich zu Staub zerreiben. Diese Anforderungen sollte ein gutes Bademineral erfüllen.

Ob man das Sandbad 30 min oder die Ganze Nacht zur Verfügung stellt ist Ansichtssache.

Wir reichen es die Ganze Nacht. Den Sand sieben wir täglich und wechseln ihn wöchentlich.

   
   Tägliches  
   

Die Entfernung von Futterresten und die Kontrolle der Trinkflasche auf Algenbildung ist ein Muss.

Schimmelbildung, vollgepieschtes Futter und Algenbildung stellen eine erhebliche Gesundheitsgefährdung dar.

Eine Grundsauberkeit erreicht man durch das Entfernen, der Walnussgroßen Pippiflecke aus dem Einstreu und

durch abfegen oder absaugen der Lauf- und Sprungbretter.

Eine Komplettreinigung wird etwa wöchentlich fällig.

Der Einsatz von Desinfektionsmitteln sollte für den Krankheitsfall aufgespart werden, mehr dazu unter Krankheiten.

Heißes Wasser und etwas Essig oder Soda reichen im normalen Bedarfsfall aus. Pippiflecken auf den Sitzbrettern

können mit dem Badegranulat abgestreut werden. Es sollte nach Bindung der Feuchtigkeit entfernt werden.

 

 

  Die Spuren einer spannenden Nacht sollten täglich 

  entfernt werden.

  wer sich nach dem Aufstehen 10 bis 15 min Zeit nimmt,

  ermöglicht seinen Tieren auf sauberen Brettern zu schlafen.

  Er verhindert das sich die Tiere während der Wachphasen

  am Tage darin wälzen

   und reduziert die Geruchsbelästigung für die Tiere.

 

 

  Vili und Quitscher pischen nicht auf die Bretter und wir  

  haben in 2 Jahren gerade 21 Kotböhnchen aus beiden  

  Schlafhäuschen  gesammelt.

  Und warum unsere Käfigausstattung und die

  Schlafhäuschen in einem fast neuwertigem Zustand sind,

  begreifen selbst Züchter nicht. ( Wir schon :-) )        

   
So wird auch eine empfindliche Nase Chinchillas nicht als stinkend empfinden. Man fragt sich eher, ob Tiere gehalten werden.